Bild: Disney+
Ahsoka ist seit Star Wars: Clone Wars zum Fanliebling geworden und erhält nun ihre eigene Serie. Diese ist gleichzeitig sowohl eine direkte Fortsetzung der Serie Star Wars Rebels als auch ein Ableger von The Mandalorian.
In der Star Wars Serie „Ahsoka“ ist die Titelheldin auf der Suche nach einer Sternenkarte, die sie zu dem verschollenen Jedi Ezra Bridger und Thrawn, dem Großadmiral des Imperiums, führen soll. Dabei erhält sie unter anderem Hilfe von Hera Syndulla, die in Star Wars Rebels bereits mit ihrer eigenen Crew gegen das Imperium gekämpft hat. Inzwischen ist Hera Generälin der neuen Republik. Außerdem spielt auch Sabine Wren, ein Mitglied von Heras alter Truppe, eine wichtige Rolle, denn sie soll die Sternenkarte deuten. Allerdings gibt es offenbar noch einige Probleme zwischen ihr und Ahsoka.
Auf der anderen Seite will auch Morgan Elsbeth die Sternenkarte in die Hände bekommen. Sie selbst war während der Zeit des Imperiums eine enge Vertraute von Thrawn und möchte ihn zurück aus dem Exil bringen. Sie heuert Hilfe in Form von Baylan Skoll an, einem ehemaligen Jedi, der die Order 66 überlebt hat und nun mit seinem eigenen Padawan als Söldner arbeitet.
Spoileralarm zu den ersten beiden Episoden!!
MacGuffins sind in Star Wars seit Beginn fester Bestandteil der Saga. Bereits in Episode IV – Eine Neue Hoffnung waren es die Pläne des Todessterns, die die Geschichte in Gang brachten und die Handlung voran trieben. Somit bettet sich Ahsoka sozusagen auf eine langjährige Tradition, indem die Geschichte davon angestoßen wird, dass eine Sternenkarte gesucht wird, um eine, beziehungsweise um zwei verschollene Personen zu finden. Das klingt vertraut? Allerdings. Schließlich haben wir in Episode VII – Das Erwachen der Macht den gleichen MacGuffin gesehen. Hier war es die Sternenkarte, die zu Luke Skywalker führt, die gesucht wurde.
An sich ist ja überhaupt nichts daran auszusetzen, die Geschichte mit dem Auffinden einer solchen Karte zu beginnen. In diesem Fall muss ich allerdings sagen, dass ich mich schon gefragt habe, wie diese Karte überhaupt angefertigt wurde und weshalb sie in einem uralten Tempel zu finden war. So lange sind Thrawn und Ezra nun auch nicht verschollen. Das war nämlich vor ungefähr neun Jahren, also kurz vor der Schlacht von Yavin, in der der erste Todesstern zerstört wurde.
Andererseits ist dies auch der größte Kritikpunkt, den ich an den ersten beiden Folgen von Ahsoka anzuführen habe. Den zweiten Punkt stellt das Duell am Ende der ersten Folge dar. Aber der Reihe nach.
Während sich Ahsoka (Rosario Dawson) auf die Suche nach besagter Sternenkarte macht, erscheinen zwei Machtnutzer mit Laserschwertern auf der Bildfläche. Sie befreien Morgan Elsbeth (Diana Lee Inosanto), die in der zweiten Staffel The Mandalorian von Ahsoka gefangen genommen und der Republik überstellt wurde. Dabei erhalten wir nicht nur die Information, dass die beiden keine Jedi sind und orangene Laserschwerter tragen, sondern auch, dass sie ziemlich mächtig zu sein scheinen. Eine sehr gelungene Einführung der Charaktere, die gleich viele Fragen aufwirft und gespannt sein lässt, wie sie sich in die Star Wars Galaxie einfügen. Denn wenn sie keine Jedi sind, was sind sie dann? Sith? Zumindest sind ihre Schwerter nicht vollkommen rot, wie wir es von den Sith erwarten. Noch während der ersten beiden Folgen erfahren wir, dass es sich bei dem älteren Machtnutzer um Baylan Skoll (Ray Stevenson) handelt, der die Order 66 überlebt hat und den Jedi den Rücken zugekehrt hat. Er hat eine Schülerin namens Shin Hati (Ivanna Sakhno) unter seine Fittiche genommen, die allerdings auch einen Padawanzopf trägt. Also so ganz scheinen sie den Wegen der Jedi doch noch nicht abgeschworen zu haben.
Ahsoka ist einigen vielleicht bereits bekannt aus The Clone Wars oder Rebels. Zuletzt ist sie in The Mandalorian und The Book of Boba Fett aufgetaucht und wurde dort bereits sehr überzeugend von Rosario Dawson dargestellt. Auch hier macht sie weiter einen guten Job und gibt das Gefühl, dass Ahsoka im Laufe ihres Lebens gereift und gewachsen ist. Sie ist zynischer und ernster als sie es als Padawan war, doch nach allem, was sie durchgemacht hat, ist das durchaus glaubhaft.
Apropos Padawan – Dass sie begonnen hat, Sabine Wren (Natasha Liu Bordizzo) in den Wegen der Macht zu unterrichten ist eine neue Information, die wir bisher noch durch keine Serie erhalten haben. Doch diese Meister-Padawan-Beziehung scheint nicht sehr positiv geendet zu haben. Damit spiegelt sich auch das Verhältnis der Antagonisten wider, bei denen die Dynamik allerdings harmonischer zu sein scheint. Zumindest ist Shin Hati eine Padawan, die ihrem Meister absoluten Gehorsam entgegen bringt.
Am Ende der ersten Episode kommt es auch zu einem Kampf der Padawane. Leider ist dieser Kampf etwas langsam geraten, was mich zuerst etwas verwundert hat. Immerhin wurde Shin Hati am Anfang der Episode noch als ziemlich mächtig und fähig gezeigt. Sabine hingegen hatte bereits in Rebels Training mit dem Dunkelschwert gehabt, weswegen der dargestellte Kampf zunächst etwas langsam und schwerfällig erscheint. Die einzige Erklärung, die mir dazu einfällt, ist dass Shin sich zurück hält, da sie der Mandalorianerin weit überlegen ist und mit ihr spielt. Sabine hingegen hat offenbar schon lange kein Laserschwert in der Hand gehalten und ist daher etwas eingerostet.
Der Kampf zwischen Ahsoka und einer maskierten Person (Paul Darnell), die ebenfalls mit Baylan Skoll reist und ein Inquisitorenlichtschwert führt, ist dagegen schon schneller und aufregender. Das deutet stark darauf hin, dass der erste Kampf unter den Padawanen bewusst langsamer inszeniert wurde.
Insgesamt war der Einstieg in die Serie ziemlich stark und hat den Zuschauern vermittelt, wer die Charaktere sind. Ich denke, auch ohne allzu viel Hintergrundwissen kann man die Serie genießen. Wenn man dagegen auch nur eine der vorher genannten Serien gesehen hat, ist der Einstieg wesentlich leichter und man darf sich eher über ein Wiedersehen mit bereits bekannten Figuren freuen. Der Übergang von animierten zu von Schauspielern dargestellten Figuren ist übrigens überzeugend gelungen. In Deutschland haben wir zudem den Luxus, dass die Synchronsprecher der animierten Figuren größtenteils erhalten bleiben, was die Immersion noch verstärkt.
Wir dürfen gespannt sein, wie die Serie weitergeht und welche Geheimnisse um Baylan Skoll, Thrawn und Ezra Bridger uns noch offenbart werden.

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